E-Kennzeichen: Welche Vorteile es hat und wer es bekommt

21.10.2020

Wer ein Elektrofahrzeug fährt, kann seit 2015 auch ein spezielles Kennzeichen dafür beantragen. Das E-Kennzeichen ist Teil eines Maßnahmenpakets des Bundesverkehrsministeriums, das der Elektromobilität zu mehr Akzeptanz zu verhelfen sollte. Erkennbar ist das Sonderkennzeichen ganz einfach an dem „E“ auf der rechten Zeile hinterder Zahlenkombination. Ansonsten unterscheidet es sich nicht von anderen Kennzeichen, dafür gelten für Fahrzeuge mit E-Kennzeichen aber ein paar andere Regeln.


E-Kennzeichen - So bekommt man es:

  • Batterieelektrofahrzeuge (BEV)
  • Brennstoffzellenautos (FCEV)
  • Plug-In-Hybridfahrzeuge (PHEV)


Das Elektromobilitätsgesetz legt fest, welchen Elektrofahrzeugen ein E-Kennzeichen erteilt wird. Dazu gehören reine Batterieelektrofahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge und Hybridfahrzeuge. Plug-in-Hybridautos müssen jedoch entweder weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder mindestens 40 Kilometer vollelektrisch zurücklegen können, um mit einem E-Kennzeichen fahren zu dürfen. Ob man ein E-Kennzeichen für sein Fahrzeug erhält hängt außerdem von der europäischen Fahrzeugklasse ab.


Welche Vorteile bringt das E-Kennzeichen?

Mit einem E-Kennzeichen können sie öffentliche Straßen oder Wege nutzen, die besonderen Zwecken gewidmet sind, wie beispielsweise Busspuren. Es gibt einen (Teil-)Erlass von Gebühren auf öffentlichen Parkplätzen. Außerdem gibt Ausnahmen bei Durchfahrtverboten oder Zufahrtsbeschränkungen. Und Ladestationen stehen einem in der Regel kostenlos während der Ladezeit zur Verfügung.







Diese Vorteile hängen jedoch auch davon ab, wo sie mit ihrem Elektrofahrzeug unterwegs sind. Kommunen und Städte müssen diese Vorteile zunächst festlegen und haben dabei großen Spielraum. Die Privilegien, die man dank des Sonderkennzeichens hat, sind in jeder Stadt unterschiedlich.


Aachen:

In Aachen können E-Autos mit Parkscheibe zwei Stunden kostenlos auf öffentlichen Parkplätzen parken, nicht aber in Parkhäusern oder anderen privaten Parkflächen. Hierfür benötigt man entweder ein deutsches E-Kennzeichen oder, bei ausländischen Fahrzeugen, eine Vignette, die dem deutsche e-Kennzeichen entspricht.


Berlin:

In Berlin dürfen Elektrofahrzeuge mit Sonderkennzeichen nur während des Ladevorgangs kostenlos an den Ladesäulen parken. Weitere Vorteile bestehen in der Hauptstadt bisher nicht.


Hamburg:

In Hamburg können Fahrzeuge mit E-Kennzeichen tagsüber im öffentlichen Raum bis zur Höchstparkzeit und mit einer Parkscheibe kostenlos parken. Zwischen 20 und 9 Uhr gilt das sogar unbegrenzt und die Parkscheibe kann dabeiweggelassen werden.


Köln:

In Köln dürfen Elektroautos ebenfalls für den Ladevorgang kostenlos an den Ladesäulen stehen, ohne einen Parkschein zu benötigen.


München:

Im Münchner Stadtgebiet können Elektro-Fahrzeuge mit einem entsprechenden Kennzeichen ebenfalls zwei Stunden kostenlos parken, zumindest zunächst bis zum 31.12.2020. Für die Parkzeit muss eine Parkscheibe in das Fahrzeug gelegt werden: Möchte man länger parken, muss man anschließend einen Parkschein kaufen.


Stuttgart:

In Stuttgart dürfen Fahrzeuge mit E-Kennzeichen kostenfrei auf öffentlich bewirtschafteten und gebührenfreien Parkplätzen sowie in Bewohnerparkgebieten parken - selbst wenn sie keinen Anwohner-Parkausweis haben.

Neben den großen deutschen Städten haben auch zahlreiche weitere Städte und auch kleinere Gemeinden ebenfalls Vorteile für Fahrzeuge mit einem E-Kennzeichen erlassen. Da diese so unterschiedlich sind, sollte man sich vorher immer gut informieren.


Benötigt man trotzdem eine Umweltplakette?

Auch wenn E-Autos die Vorgaben der Umweltplakette erfüllen (und sich das an dem Nummernschild bereits direkt ablesen lässt), benötigt man eine zusätzliche Umweltplakette, um durch ein Umweltzone zu fahren. Fehlt diese, gilt das Fahren oder Parken in der Umweltzone wie ein Fahren ohne Plakette mit einem alten Verbrenner-Motor und wird entsprechend geahndet.

Beim An- oder Ummelden des Elektro-Fahrzeugs sollte man zusammen mit dem E-Kennzeichen daher auch gleich die passende Umweltplakette beantragen: Auch hier muss das "E" eingetragen werden: Die Umweltplakette muss (wie bei einem Saisonkennzeichen auch) die gleichen Daten wie das eigentliche Nummernschild selber haben.