Elektro-Auto laden: Wie "tankt" man eigentlich Strom?

16.08.2020

Mit einem neuen E-Auto ändert sich einiges: Zu den häufigsten Fragen gehört aber wahrscheinlich, wie man das neue Fahrzeug "auftankt", um genug Strom für die nächste Fahrt zu haben. Hierfür gibt es neben den beiliegenden Ladekabeln für Strom-Tankstellen auch optionale Ladekabel für die Haushaltssteckdose: Wer eine Steckdose in Carport oder Garage hat, kann damit sein Auto wieder auftanken. Das Laden dauert hier aber länger als mit den Schnellladekabeln: Diese Form des Ladens ist daher eher etwas für längere Standzeiten, zum Beispiel über Nacht. Sollte man sein Fahrzeug regelmäßig über die Steckdose aufladen, empfiehlt sich der Kauf einer "Wallbox": Diese kann das Auto mit deutlich mehr Leistung und daher viel schneller laden.

Mit den Schnellladekabeln dauert das Laden an entsprechenden Ladestationen etwa 30 bis 40 Minuten: Dann ist der Akku wieder bis zu 80 Prozent vollgeladen. Das ist dann auch gar nicht mehr sehr viel langsamer als das herkömmliche Volltanken an einer überfüllten Zapfsäule. 


Wo kann ich mein E-Auto unterwegs laden?

Auch wenn es noch nicht soviele Elektro-Ladestationen gibt wie klassische Tankstellen, nimmt deren Zahl immer wieder zu: Im Dezember 2019 gab es laut dem ADAC insgesamt 23.840 öffentliche Ladestationen. Diese befinden sich nicht oft mehr auf dem Gelände normaler Tankstellen, sondern direkt als Säulen direkt in der Stadt. Neben diesen gut erreichbaren Ladestationen, bei denen man mit einem e-Kennzeichen oft auch während des Ladens kostenlos parken kann, bieten zum Beispiel Supermärkte Ladesäulen an: Hier kann man dann sein Auto bequem während des Einkaufens wieder mit Strom versorgen.

Eine Übersicht der verfügbaren Lade-Punkte in Deutschland zeigt das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur: Hier werden die E-Tankstellen für jedes Bundesland und jede Stadt übersichtlich auf einer Karte dargestellt und lassen sich zusätzlich nach den verschiedenen Steckertypen filtern.


Was muss ich beim Laden beachten?

Aktuell gibt es verschiedene Steckertypen, die untereinander nur bedingt kompatibel sind. Für das Laden mit Wechselspannung (AC) gibt es neben dem normalen "Schuko"-Stecker für die Haushaltssteckdose noch die Typ 2 Steckdose: Hier können mit einem Adapter auch Stecker mit "Typ 1" weitergenutzt werden. Neben dem Typ 2 Stecker gibt es auch die beiden Schnellladesysteme CCS und CHAdeMO: Diese haben je einen eigenen Stecker und laden per Gleichspannung (DC). Das ist deutlich schneller, muss aber auch von dem Fahrzeug unterstützt werden.


Diese Stecker-Typen gibt es aktuell:

  • Schuko-Stecker (AC: Zum Schutz des Hausstromnetzes oft begrenzt)
  • Wallbox (AC: bis zu 11 kWh)
  • Typ 1 Steckdose (AC: mit Adapter auch an Typ 2 nutzbar)
  • Typ 2 Steckdose (AC: bis zu 22 kWh)
  • Typ 2 Fahrzeugkupplung (AC: bis zu 22 kWh)
  • CCS Kupplung (DC: 50 bis 150 kWh)
  • CHAdeMO (DC: 50 bis 150 kWh)



Wie lange dauert das Laden?

Die Geschwindigkeit des Aufladens hängt nicht nur von der verfügbaren Ladesäule, sondern auch von der Größe des verbauten Akkus ab. Je nach Modell kann die Kapazität abweichen: Der VW e-up! kommt mit einem 32,3 kWh Akku, der e-Golf 7 mit 35,8 kWh oder der BMW i3 mit 37,9 kWh.

An der Haushaltssteckdose ist der Ladestrom begrenzt, um das Hausnetz nicht zu überlasten: Hier dauert das Aufladen mehrere Stunden. An der Wallbox, die man in Garage oder Keller installieren lassen kann, lädt der Wagen in der Regel mit bis zu 11 kWh: Damit ist der Akku des E-Autos in drei bis vier Stunden wieder auf 80 Prozent vollgeladen.

An öffentlichen AC-Ladestationen (Typ 2) lädt der Akku mit bis zu 22 kWh: Der Wagen hat nach anderthalb bis zwei Stunden wieder 80 Prozent der maximalen Ladung erreicht. Mit über 50 kWh ist der Akku dann in etwas einer halben Stunde wieder ausreichend vollgeladen.